25. Februar 2025

Wie lang­wei­lig, Bücher zu lesen, die man noch nicht kennt.

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Mar­kus Lan­ge­mann, Betrei­ber der online-Platt­form Club der kla­ren Worte.de, kom­men­tiert die ers­te Wort­mel­dung der neu­en Kanzlerpartei.

Ein nack­ter Mann, seit einem Tag der vor­aus­sicht­li­che Regie­rungs­chef eines im Abstieg begrif­fe­nen, inter­na­tio­nal nicht mehr beson­ders enst­ge­nom­me­nen Lan­des, stellt Maxi­mal­for­de­run­gen zum Aus­gang eines Krie­ges, der jetzt schon Hun­dert­tau­sen­de Men­schen­le­ben und Aber­mil­li­ar­den deut­sches Steu­er­geld gekos­tet hat. Die Ber­li­ner Zei­tung mel­det unter Beru­fung auf Bloom­berg, Merz habe Gesprä­che mit den Sozi­al­de­mo­kra­ten auf­ge­nom­men, um schnell bis zu 200 Mil­li­ar­den Euro an Son­der­aus­ga­ben für die Ver­tei­di­gung zu geneh­mi­gen. „Ziel ist dem­nach, der aus Mer­zens Sicht vor­han­de­nen aku­ten Bedro­hung durch die ‚rus­si­sche Aggres­si­on ent­ge­gen­zu­wir­ken’, so Bloom­berg. Die Abstim­mung soll jetzt erfol­gen, weil die AfD und die Links­par­tei im neu­en Bun­des­tag eine Sperr­mi­no­ri­tät haben. Der Regie­rung und den Grü­nen fehlt die Zwei­drit­tel-Mehr­heit, ‚um die ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Beschrän­kun­gen der Staats­ver­schul­dung zu lockern’.”

SPD-Chef Lars Kling­beil habe Merz’ Ankün­di­gung mit den Wor­ten begrüßt: „Erst mal ist es gut, dass Fried­rich Merz eine Posi­ti­on, die er bis zur Schlie­ßung der Wahl­lo­ka­le ja auf­recht­erhal­ten hat, dass man dort nichts ver­än­dert, dass er die jetzt sehr schnell geän­dert hat.“ Der schei­den­de SPD-Frak­ti­ons­chef Rolf Müt­zenich sag­te: „Wir sind zu allem bereit.“ Ja, so klingt das.

Mir ist es, wie gesagt, schlei­er­haft, was die­sen Merz rei­tet: Er hat kei­ne Trup­pen, die US-Regie­rung nicht hin­ter, son­dern gegen sich, wird zu den Ver­hand­lun­gen über einen Frie­den in der Ukrai­ne gar nicht erst ein­ge­la­den, for­dert aber den Sieg der Ukrai­ne über eine Atom­macht und will Deutsch­land in die­sen Kon­flikt hin­ein­ma­nö­vrie­ren. Es gibt dafür ein schö­nes deut­sches Wort: übergeschnappt.

Mit einer gewis­sen Vor­freu­de war­te ich auf den ers­ten Besuch des Kanz­lers in Washington.

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Ade­nau­er – Erhard – Kie­sin­ger – Brandt – Schmidt – Kohl – Schrö­der – Mer­kel – Scholz – Merz.

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Für mich ist das die Nach­richt der Woche. Typi­scher­wei­se kommt sie in den offi­zi­el­len Nach­rich­ten nicht vor. Dafür hät­te sich die Sache wohl in Ungarn zutra­gen müssen.

„I love Hegemonie.”
(Freund ***)

„Wie es aus­sieht”, twit­ter­te Krall ein paar Tage zuvor, „darf ich mich dem­nächst vor einem Gericht in Frank­furt dafür ver­ant­wor­ten, dass ich unter das Bild einer bekann­ten SPD-Poli­ti­ke­rin geschrie­ben habe: ‚Man­che Leu­te haben den Charme eines sta­li­nis­ti­schen Erschie­ßungs­kom­man­dos.’ Die Dame gehört zu den Herr­schaf­ten, die aus Straf­an­zei­gen gegen auf­säs­si­ge Bür­ger ein (ein­träg­li­ches?) Hob­by gemacht haben. Und offen­sicht­lich fin­det sie es sehr schlimm, dass ich ihr Charme attes­tiert habe. Den Vor­schlag des Gerichts, das Ver­fah­ren ‚wegen Gering­fü­gig­keit der Schuld’ ein­zu­stel­len, wenn ich mei­ne Anwalts­kos­ten sel­ber tra­ge, habe ich durch mei­nen Anwalt ableh­nen las­sen. Ich bin nicht bereit, einen Frei­spruch drit­ter Klas­se für mei­ne Aus­übung der Mei­nungs­frei­heit zu akzeptieren.”

Deut­li­cher kann man nicht ein­ge­ste­hen, dass es sich bei der Ankla­ge um rei­ne Gesin­nungs­jus­tiz han­del­te. Offen­bar woll­ten sich die Rich­ter nicht zu jenen drei von CBS inter­view­ten Staats­an­wäl­ten gesel­len, die Mil­lio­nen Zuschau­ern in Über­see das neue Bild des häss­li­chen Deut­schen präsentierten.

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Inter­es­san­te Spekulation.

Die Frau, die mehr für das Image des Bade­man­tels getan hat als des­sen sämt­li­che Her­stel­ler und die 2022 auf­grund einer inzwi­schen als Lüge über­führ­ten Denun­zia­ti­on von Jan Böh­mer­mann den Prä­si­den­ten des Bun­des­am­tes für Sicher­heit in der Infor­ma­ti­ons­tech­nik, Arne Schön­bohm, CDU-Mit­glied und Sohn des ehe­ma­li­gen CDU-Poli­ti­kers Jörg Schön­bohm, wegen angeb­li­cher „Russ­land-Kon­tak­te” aus dem Amt gewor­fen hat, wird, wenn sie als Innen­mi­nis­te­rin im Amt bleibt, die ers­te Soll­bruch­stel­le der neu­en Regie­rungs­ko­ali­ti­on verkörpern.

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Der ehe­ma­li­ge Regie­rungs­schutz­prä­si­dent Tho­mas Hal­tungs­zwang, CDU, hat den Bun­des­tags-Ein­zug, wie man sagt, ver­passt. Mit 24,3 Pro­zent unter­lag er im Wahl­kreis Wup­per­tal 1 beim inof­fi­zi­el­len Wett­be­werb um den Sexiest Against Right-Wing Figh­ter Ali­ve der lus­ti­gen Per­son Hel­ge Lindh, SPD (33,5 Pro­zent). Da Hal­den­wang nicht über die Lan­des­lis­te abge­si­chert ist, haben sich sei­ne par­la­men­ta­ri­schen Ambi­tio­nen erledigt.

Das ist der schwers­te Schlag für Unse­re­de­mo­kra­tie, seit Robert Habeck nicht die Wahl ver­lo­ren hat, son­dern nur nicht gewählt wor­den ist.

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Leser *** schreibt, er sei „in einem News­let­ter vom Autor dar­über infor­miert wor­den, dass eine ARD-Sen­dung zu sei­nem Buch: ‚Deut­sche Erfin­dun­gen und Spit­zen­leis­tun­gen’ aus dem Pro­gramm genommen/nicht gesen­det wur­de, weil (Trom­mel­wir­bel) irgend­je­mand fest­stell­te, daß neben ande­ren auch Björn Höcke das Buch zuvor sehr gelobt hat­te.” Eine Unverzeihlichkeit.
Was tun die, wenn der Meis­ter Uri­an aus Thü­rin­gen das Grund­ge­setz lobt?

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Auch nicht übel.

Eine lüs­ter­ne, bunt­heits­fi­xier­te Grü­nen-Poli­ti­ke­rin nimmt sich einen juve­ni­len Meh­met als ver­meint­li­chen Lieb­ha­ber – unter Brü­dern sagt man: Ste­cher –, wird von ihm gefes­selt, bedroht, beraubt und von einem her­bei­ge­ru­fe­nen Kum­pan ver­ge­wal­tigt. Ein tref­fen­de­res Gleich­nis für das grü­ne Will­kom­mens­de­li­ri­um lässt sich kaum denken.

 

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