Wie langweilig, Bücher zu lesen, die man noch nicht kennt.
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Markus Langemann, Betreiber der online-Plattform Club der klaren Worte.de, kommentiert die erste Wortmeldung der neuen Kanzlerpartei.
Ein nackter Mann, seit einem Tag der voraussichtliche Regierungschef eines im Abstieg begriffenen, international nicht mehr besonders enstgenommenen Landes, stellt Maximalforderungen zum Ausgang eines Krieges, der jetzt schon Hunderttausende Menschenleben und Abermilliarden deutsches Steuergeld gekostet hat. Die Berliner Zeitung meldet unter Berufung auf Bloomberg, Merz habe Gespräche mit den Sozialdemokraten aufgenommen, um schnell bis zu 200 Milliarden Euro an Sonderausgaben für die Verteidigung zu genehmigen. „Ziel ist demnach, der aus Merzens Sicht vorhandenen akuten Bedrohung durch die ‚russische Aggression entgegenzuwirken’, so Bloomberg. Die Abstimmung soll jetzt erfolgen, weil die AfD und die Linkspartei im neuen Bundestag eine Sperrminorität haben. Der Regierung und den Grünen fehlt die Zweidrittel-Mehrheit, ‚um die verfassungsmäßigen Beschränkungen der Staatsverschuldung zu lockern’.”
SPD-Chef Lars Klingbeil habe Merz’ Ankündigung mit den Worten begrüßt: „Erst mal ist es gut, dass Friedrich Merz eine Position, die er bis zur Schließung der Wahllokale ja aufrechterhalten hat, dass man dort nichts verändert, dass er die jetzt sehr schnell geändert hat.“ Der scheidende SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich sagte: „Wir sind zu allem bereit.“ Ja, so klingt das.
Mit einer gewissen Vorfreude warte ich auf den ersten Besuch des Kanzlers in Washington.
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Adenauer – Erhard – Kiesinger – Brandt – Schmidt – Kohl – Schröder – Merkel – Scholz – Merz.
Erkennen Sie ein Muster?
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Für mich ist das die Nachricht der Woche. Typischerweise kommt sie in den offiziellen Nachrichten nicht vor. Dafür hätte sich die Sache wohl in Ungarn zutragen müssen.
„I love Hegemonie.”
(Freund ***)
„Wie es aussieht”, twitterte Krall ein paar Tage zuvor, „darf ich mich demnächst vor einem Gericht in Frankfurt dafür verantworten, dass ich unter das Bild einer bekannten SPD-Politikerin geschrieben habe: ‚Manche Leute haben den Charme eines stalinistischen Erschießungskommandos.’ Die Dame gehört zu den Herrschaften, die aus Strafanzeigen gegen aufsässige Bürger ein (einträgliches?) Hobby gemacht haben. Und offensichtlich findet sie es sehr schlimm, dass ich ihr Charme attestiert habe. Den Vorschlag des Gerichts, das Verfahren ‚wegen Geringfügigkeit der Schuld’ einzustellen, wenn ich meine Anwaltskosten selber trage, habe ich durch meinen Anwalt ablehnen lassen. Ich bin nicht bereit, einen Freispruch dritter Klasse für meine Ausübung der Meinungsfreiheit zu akzeptieren.”
Deutlicher kann man nicht eingestehen, dass es sich bei der Anklage um reine Gesinnungsjustiz handelte. Offenbar wollten sich die Richter nicht zu jenen drei von CBS interviewten Staatsanwälten gesellen, die Millionen Zuschauern in Übersee das neue Bild des hässlichen Deutschen präsentierten.
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Interessante Spekulation.
Die Frau, die mehr für das Image des Bademantels getan hat als dessen sämtliche Hersteller und die 2022 aufgrund einer inzwischen als Lüge überführten Denunziation von Jan Böhmermann den Präsidenten des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik, Arne Schönbohm, CDU-Mitglied und Sohn des ehemaligen CDU-Politikers Jörg Schönbohm, wegen angeblicher „Russland-Kontakte” aus dem Amt geworfen hat, wird, wenn sie als Innenministerin im Amt bleibt, die erste Sollbruchstelle der neuen Regierungskoalition verkörpern.
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Der ehemalige Regierungsschutzpräsident Thomas Haltungszwang, CDU, hat den Bundestags-Einzug, wie man sagt, verpasst. Mit 24,3 Prozent unterlag er im Wahlkreis Wuppertal 1 beim inoffiziellen Wettbewerb um den Sexiest Against Right-Wing Fighter Alive der lustigen Person Helge Lindh, SPD (33,5 Prozent). Da Haldenwang nicht über die Landesliste abgesichert ist, haben sich seine parlamentarischen Ambitionen erledigt.
Das ist der schwerste Schlag für Unseredemokratie, seit Robert Habeck nicht die Wahl verloren hat, sondern nur nicht gewählt worden ist.
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Auch nicht übel.
Eine lüsterne, buntheitsfixierte Grünen-Politikerin nimmt sich einen juvenilen Mehmet als vermeintlichen Liebhaber – unter Brüdern sagt man: Stecher –, wird von ihm gefesselt, bedroht, beraubt und von einem herbeigerufenen Kumpan vergewaltigt. Ein treffenderes Gleichnis für das grüne Willkommensdelirium lässt sich kaum denken.